Wie funktioniert die Selbsthypnose?


Der Unterschied zwischen Hypnose und Selbsthypnose besteht darin, dass eine Hypnose-Sitzung vom Therapeuten geleitet wird, die Selbsthypnose aber, nach dem Erlernen von Entspannungstechniken, eigenständig durchgeführt werden kann.

 

Emil Coué (1857-1926) erkannte, dass jede Hypnose genaugenommen Selbsthypnose ist, als er die Lehre der Autosuggestion entwickelte. In der Selbsthypnose ist das Ziel, sich eigenständig in einen Zustand tiefer Entspannung zu bringen, um einen Zugang zum Unterbewusstsein zu bekommen. Die Trance-Tiefe ist nicht so ausgeprägt wie die einer Fremdhypnose, aber dennoch sehr wirksam. Die Bereitschaft, Suggestionen (gedankliche Selbstbeeinflussung) aufzunehmen, ist gegeben. 

 

In der Selbsthypnose wird bewusst auf alle fremdbestimmenden Suggestionen verzichtet, da es in erster Linie auf die Nutzung und Umsetzung der eigenen Ressourcen des Klienten ankommt.

Durch den gezielten Einsatz der positiver Gedanken, Gefühle, Vorstellungsbilder und Glaubenssätze, tritt eine Veränderung im Unterbewusstsein ein. Negative Gedanken, Gefühle, Verhaltensweisen und Gewohnheiten können nun durch positive ersetzt werden.


1. Das eigene Ziel formulieren

Wie lautet die konkrete Formulierung des Ziels? Was will ich erreichen? Will ich aufhören zu rauchen? Möchte ich abnehmen? Wünsche ich mir mehr Selbstbewusstsein? Habe ich Angst vor einem Auftritt?

Und vor allem: Was hindert mich daran?

 

Die genaue Betrachtung eines Problems gibt Aufschlüsse darüber, was konkret verändert werden kann.

Manchmal gibt es vordergründig Probleme, die eigentliche Ursachen verdecken.

Aus allen gesammelten Informationen wird das Ziel und dessen positive Formulierung im Detail erarbeitet. 


2. Selbst-Induktion

Die Selbst-Induktion (oder allgemein Trance-Induktion) ist der Prozess, der dazu führt, dass Sie sich in einen Zustand der tiefen Entspannung, also eine Trance begeben können.

Hilfreich sind verschiedene Techniken: z.B. Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung und andere.

 

Wann bin ich in einer Trance? Anzeichen hierfür können sein:

- vollkommene Entspannung

- Gefühl von Wärme und Leichtigkeit (evtl. in einem Körperteil)

- gesteigerte Konzentration

- geschärfte Sinnes-Wahrnehmung

- stärkeres Erleben und Empfinden


3. Die Formulierung der Suggestion

Der wohl wichtigste Punkt in der Selbsthypnose ist die Formulierung und Visualisierung der eigenen und individuellen Suggestion.

Das Unterbewusstsein nimmt Suggestionen wortwörtlich auf. Es unterscheidet nicht zwischen einem realen oder visualisierten Bild. Das Erleben von Gefühlen, Formen und Bildern in der Trance hilft dem Unterbewusstsein, Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten.

 

Es kann sinnvoll sein, die Selbsthypnose auf einen Tonträger zu sprechen. So besteht die Möglichkeit, sowohl den individuellen Entspannungstext, als auch die Suggestionen, jederzeit für sich nutzen zu können. 

 

Wichtig ist:

- das Ziel positiv und eindeutig formulieren

- ist das Ziel umsetzbar und realistisch?

- unterschiedliche Formulierungen verwenden

- eine genaue Vorstellung des Ziels entwickeln (innere Bilder und Gefühle entstehen

   lassen)

- alle Sinne einbeziehen

- eigene Erinnerungen und Erfahrungen nutzen

- Orientierung an anderen Menschen

- Wiederholung zur Festigung


4. Anwendungsbereiche:

Rauchentwöhnung, Abnehmen, Steigerung des Selbstbewusstseins und Selbstvertrauens, Überwinden von Ängsten (z.B. Flugangst, Prüfungsängste, Angst vor öffentlichem Reden), allgemeine Leistungssteigerung (Studium und Beruf), Stressabbau und Entspannung, Überwindung von Schlafstörungen etc.